Bontjes van Beek, Jan (1899-1969)

Name
Bontjes van Beek, Jan
Lebensdaten
1899-1969
dazugeh├Âriger Bestand
Geburtsdaten
Geburtsjahr
1899
Geburtsort
Todesdaten
Todesjahr
1969
Sterbeort
Biografische Angaben
Der Enkel des Amsterdamer Malers und Kaufmannes Eduart Abraham Bontjes van Beek wurde am 18. Januar 1899 in Vejle in J├╝tland geboren. 1905 siedelte die Familie nach Uerdingen am Niederrhein um. Zwischen 1915 und 1919 leistete Bontjes van Beek seinen Milit├Ąrdienst bei der Marine. 1919 schloss er in Worpswede Freundschaft mit Heinrich Vogeler (1872-1942) und anderen K├╝nstlern der dortigen K├╝nstlerkolonie. 1919/1920 ging er auf Tourneen mit der T├Ąnzerin und sp├Ąteren Malerin Olga Breling (1896-1995), die er 1920 heiratete. Bis 1930 hatte er seinen Wohnsitz in Fischerhude bei Worpswede. 1921 und 1922 absolvierte er eine T├Âpferlehre bei Valentin Frank in Undenheim in Rheinlandpfalz. Anschlie├čend er├Âffnete er gemeinsam mit seiner Schw├Ągerin Amelie Breling (1876-1966) eine Werkstatt in Fischerhude. 1923 machte Bontjes van Beek Glasurstudien am Chemischen Laboratorium f├╝r Tonindustrie in Berlin. Weitere Studien unternahm er 1928 in Prag und bei Jermay & Co. in Raudnitz an der Elbe sowie 1931/1932 in S├Ęvres und Paris im Atelier Bourgeois. 1932/1933 hielt er sich in Velten bei Berlin auf und arbeitete mit Fritz H├Âger zusammen. 1933 heiratete er die Architektin Rahel Maria Weisbach und er├Âffnete in Berlin eine eigene Werkstatt, die er bis 1943 f├╝hrte. 1936 reiste er zu Studienzwecken nach London und lernte dort Henry Moore kennen. 1937 und 1941 fertigte er Studienarbeiten in Naumburg. 1942 befand er sich drei Monate in Gestapo-Haft. 1943 wurde seine Tochter Cato hingerichtet und seine Werkstatt bei einem Luftangriff zerst├Ârt. 1944/1945 diente er als Soldat an der Ostfront und geriet in Gefangenschaft. Nach dem Krieg war Bontjes van Beek zun├Ąchst zwischen 1946 und 1950 Professor, ab 1947 Direktor an der Hochschule f├╝r freie und angewandte Kunst in Berlin-Wei├čensee. 1950 bis 1953 arbeitete er in Dehme bei Bad Oeynhausen und entwickelte im Keramikwerk von Dr. Alfred Ungewi├č eine Serienproduktion. Etwa zu gleicher Zeit entwarf er Porzellangef├Ą├če f├╝r die Firma Rosenthal in Selb. Anschlie├čend war er bis 1960 Direktor der Meisterschule f├╝r Kunsthandwerk in Berlin-Charlottenburg, au├čerdem sa├č er von 1954 bis 1960 im Vorstand des Deutschen Werkbundes. Zwischen 1960 und 1966 war Bontjes van Beek Professor f├╝r Keramik an der Hochschule der Bildenden K├╝nste Hamburg. F├╝r sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, wie 1938 eine Medaille der VI. Triennale in Mailand, 1962 eine Silbermedaille der 3. internationalen Keramikausstellung in Prag und 1965 den Gro├čen Kunstpreis der Stadt Berlin. Er war Mitglied der Freien Akademie der K├╝nste Hamburg, der Akademie der K├╝nste Berlin und der Acad├ęmie Internationale de la C├ęramique in Genf. Jan Bontjes van Beek starb am 05. September 1969 in Berlin.
Beruf / Funktion
Keramiker
Andere Namen
Beek, Jan B. van
Beek, Jan Bontjes van
Beek, John
Jan
Bontjes van Beek
Quelle f├╝r Namensansetzung
Hans Vollmer, K├╝nstlerlexikon des 20. Jahrhunderts, Band 1, Leipzig 1953-1962, S. 265